Buntstifte in verschiedenen Farben sind in Gläsern platziert, wobei die Stifte aufrecht stehen. Der Hintergrund ist leicht verschwommen und hebt die leuchtenden Farben der Stifte im Vordergrund hervor.

Hort / eFöB (ergänzende Förderung und Betreuung)

Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht die achtsame und verlässliche Beziehung zwischen Kindern und Pädagog:innen. Im Hortbereich unserer Waldorfschule Havelhöhe begleiten wir Kinder im zweiten Jahrsiebt (ca. 7–14 Jahre) in einer Lebensphase, in der soziales Lernen, emotionale Entwicklung sowie das Erleben von Sinn, Rhythmus und Gemeinschaft besonders bedeutsam sind.

Kinder erschließen sich die Welt in diesem Alter vor allem durch Beziehung, Vorbilder und eigenes Erleben. Deshalb gestalten wir einen geschützten Lebensraum am Nachmittag, in dem sie ankommen, zur Ruhe finden und sich in ihrer Persönlichkeit entfalten können. Beziehung, Rhythmus, Bewegung, Kreativität und Gemeinschaft bilden dabei die Grundlage unserer Arbeit.

In einem blauen Filzkoffer sind verschiedene Blöcke und Stifte mit bunter, pastellfarbener Kreide aufgerollt, einige ordentlich in Fächern untergebracht, andere verstreut auf einer hölzernen Unterlage liegend.

Rhythmus und Alltag

Der Hort versteht sich als Ergänzung und Ausgleich zum schulischen Vormittag. Klare, rhythmisierte Abläufe geben Orientierung und Halt. Wiederkehrende Strukturen schaffen Verlässlichkeit und Sicherheit.

Ein zentrales Prinzip ist das Wechselspiel von Anspannung und Entspannung – von Aktivität und Ruhe. Phasen der Bewegung und des freien Spiels wechseln sich mit Zeiten des Rückzugs und der Erholung ab. So unterstützen wir die Kinder dabei, Erlebtes zu verarbeiten und in ein inneres Gleichgewicht zu finden.

Nach dem Unterricht haben die Kinder Raum, ihre Bewegungsfreude auszuleben. Freies Spiel, angeleitete Angebote und Rückzugsmöglichkeiten stehen gleichermaßen zur Verfügung. Die Kinder entscheiden selbst, ob sie aktiv sein oder eine Ruhephase wählen möchten. 
Auch das gemeinsame Mittagessen ist ein wichtiger Bestandteil unseres Tages. Es bildet einen sozialen und rhythmischen Anker, stärkt die Gemeinschaft und unterstützt das körperliche Wohlbefinden.

Zwei Kinder formen mit ihren Händen weiße Teigkugeln auf mit Tüchern ausgelegten Tabletts. Auf einem Holztisch befinden sich weitere Tabletts, Tücher und eine Schüssel, was auf eine praktische Tätigkeit hindeutet, wahrscheinlich Brotbacken oder Backen.

Kreativität, Spiel und Naturerfahrung

Ein besonderes Anliegen ist uns die Förderung der Kreativität. Im freien Spiel, im gestalterischen Tun und in künstlerischen Angeboten entwickeln und verwirklichen die Kinder eigene Ideen. Nicht das Ergebnis steht im Vordergrund, sondern der schöpferische Prozess.
Unser großzügiges, grünes Außengelände lädt zu vielfältigen Naturerfahrungen ein. Hier finden Bewegung, fantasievolles Spiel und unmittelbare Begegnung mit der Natur ihren Raum. Die Kinder erleben die Natur als schützenden und zugleich gestaltbaren Erfahrungsraum, der ihre Sinne anspricht und ihre Selbstwirksamkeit stärkt.
Auch die achtsame Gestaltung unserer Innenräume trägt wesentlich zum Wohlbefinden bei und schafft eine Atmosphäre von Geborgenheit.

Eine Gruppe von Menschen sitzt in einem Kreis auf einem grünen Teppich, jeder trägt bunte, gemusterte Stricksocken. Die Füße sind in die Mitte gerichtet, wo Stricknadeln und Garn platziert sind.

Soziales Lernen und Beziehung

Am Nachmittag rückt das soziale Lernen besonders in den Mittelpunkt. Im Spiel, in Konfliktsituationen und im gemeinsamen Tun lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen, Grenzen wahrzunehmen und Kompromisse zu finden. Wir Pädagog:innen begleiten diesen Prozess aufmerksam und unterstützend. Konflikte werden nicht vorschnell gelöst, sondern gemeinsam betrachtet und altersgerecht bearbeitet.
Verlässliche Bezugspersonen, Zeit für Gespräche und echtes Interesse am einzelnen Kind bilden die Grundlage unserer Arbeit. Vertrauen ist für uns die wesentliche Voraussetzung für Entwicklung und Lernen im zweiten Jahrsiebt.

Holzblockbuchstaben, die YABCD und DEE schreiben, sind auf einem hellen Holzregal vor einem blassen Hintergrund angeordnet. Der Fokus liegt auf den Buchstaben im Vordergrund, während andere leicht verschwommen sind.

Zusammenarbeit mit Eltern und Kolleg:innen

Eine gelingende Hortarbeit lebt von der engen Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrer:innen. Der regelmäßige Austausch schafft ein gemeinsames Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder und sorgt für Kontinuität zwischen Schule, Hort und Familie. Tür-und-Angel-Gespräche, vereinbarte Termine und strukturierte Austauschformate unterstützen uns dabei, jedes Kind ganzheitlich zu begleiten.