Kindergarten Havelhöhe – Wo Kinder Wurzeln schlagen und Flügel entdecken

Über uns

Unser Kindergarten wurde 1997 von engagierten Mitarbeiter:innen des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe gemeinsam mit einer erfahrenen Waldorfpädagogin gegründet. Seitdem ist er gewachsen und heute Teil unserer lebendigen Gemeinschaft aus Schule, Hort und Kindergarten – ein Ort des Lernens, der Begegnung und des Miteinanders.
In fünf Gruppen begleiten wir rund 90 Kinder im Alter von eineinhalb bis sechs Jahren. Jede Gruppe verfügt über liebevoll gestaltete Räume mit eigenem Schlaf- und Sanitärbereich sowie einem direkten Zugang zu unserem großen, geschützten Garten.
Hier dürfen Kinder Kind sein: entdecken, gestalten, lachen, forschen und wachsen. Unser engagiertes Team begleitet sie dabei achtsam und kompetent – mit Herz, Erfahrung und im Sinne der Waldorfpädagogik.

Schwarz-Weiß-Porträt eines Mannes mit dunklem, zurückgekämmtem Haar, der einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine große Fliege trägt und mit neutralem Blick direkt in die Kamera schaut.

Waldorfpädagogik im Kindergarten

Im Waldorfkindergarten Havelhöhe arbeiten wir auf Grundlage der Waldorfpädagogik nach Rudolf Steiner. Die frühe Kindheit ist eine Zeit intensiven Lernens. Kinder nehmen die Welt mit allen Sinnen auf und begreifen sie durch eigenes Tun.
Unsere Aufgabe ist es, eine Umgebung zu gestalten, in der sich diese natürliche Entwicklung frei entfalten kann – geschützt, anregend und getragen von verlässlichen Beziehungen.

Die drei Säulen unserer pädagogischen Arbeit

Ein farbenfroher, achtzackiger Origami-Stern mit sich überlappenden, durchscheinenden Segmenten in Rot, Lila, Orange und Weiß vor einem verschwommenen grünen Hintergrund.

1. Rhythmus und Wiederholung

Rhythmus schenkt Geborgenheit. Ein klarer Tages-, Wochen- und Jahresrhythmus gibt den Kindern Orientierung und Sicherheit. Morgenkreis, gemeinsame Mahlzeiten, Gartenzeit und Freispiel kehren in verlässlicher Weise wieder.
Diese Struktur stärkt das Vertrauen in die Welt – und eröffnet zugleich Raum für eigenes Entdecken und Wachsen.

Eine Person schneidet grüne Zucchini mit einem Messer auf einem Holzbrett in Würfel, wobei eine Hand das Gemüse hält und die andere schneidet.

2. Vorbild und Nachahmung

Kinder lernen durch Nachahmung. Sie beobachten die Erwachsenen und greifen deren Handlungen im Spiel auf. Deshalb handeln wir bewusst, authentisch und achtsam.
Beim Brotbacken, bei der Vorbereitung der Mahlzeiten, beim Reparieren von Spielzeug oder beim Gestalten mit natürlichen Materialien erleben die Kinder sinnvolle, echte Tätigkeiten – und finden darin Orientierung.

In einem blauen Filzkoffer sind verschiedene Blöcke und Stifte mit bunter, pastellfarbener Kreide aufgerollt, einige ordentlich in Fächern untergebracht, andere verstreut auf einer hölzernen Unterlage liegend.

3. Freies Spiel

Das freie Spiel ist die wichtigste „Arbeit“ des Kindes. Hier entwickeln sich Fantasie, Kreativität, soziale Fähigkeiten und Problemlösungskompetenz.
Einfaches, offenes Spielmaterial aus Naturmaterialien – Tücher, Holzklötze, Wolle oder Steine – regt die Vorstellungskraft an und lässt Raum für eigene Ideen.

Bunte Aquarellfarben liegen auf einem Holztisch, mit einem lebendigen Handabdruckbild im Hintergrund. Das Bild zeigt mehrere helle Handabdrücke und Farbspritzer auf Papier.

Das Freispiel – Herzstück unseres Tages

Ergänzt wird das Freispiel durch rhythmisch wiederkehrende Angebote wie:

  • Aquarellmalen und Werken
  • gemeinsames Backen
  • Musik, Reigen und Eurythmie
  • kreative und handwerkliche Tätigkeiten

Diese Elemente verbinden freies Gestalten mit gemeinschaftlichem Erleben.

Nahaufnahme von zwei mit blauer und grüner Farbe bedeckten Händen, die über einer mit Farbe gefüllten gelben Schale schweben, mit einem roten Tuch im Hintergrund.

Bewusster Verzicht auf digitale Medien

Im Kindergartenalter brauchen Kinder unmittelbare, sinnliche Erfahrungen. Sie möchten greifen, riechen, schmecken, hören und sehen – die Welt mit allen Sinnen erfassen.
Digitale Medien können diese grundlegenden Erfahrungen nicht ersetzen. Deshalb verzichten wir im Kindergarten bewusst auf Tablets, Computer, Fernsehen und andere digitale Medien.
Die Kindheit soll ein geschützter Raum sein, in dem Kinder die reale Welt in ihrer ganzen Vielfalt erleben. So schaffen wir eine stabile Grundlage für eine gesunde körperliche, seelische und geistige Entwicklung – und für einen späteren verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.

Ein farbenfroher, achtzackiger Origami-Stern mit sich überlappenden, durchscheinenden Segmenten in Rot, Lila, Orange und Weiß vor einem verschwommenen grünen Hintergrund.

Leben mit der Natur und den Jahreszeiten

Wir verbringen täglich viel Zeit im Freien. Die Kinder erleben den Wandel der Jahreszeiten unmittelbar: das erste Grün im Frühling, die Wärme des Sommers, die Farben des Herbstes und die Stille des Winters.
Unser weitläufiges Außengelände mit Sandkästen, Klettermöglichkeiten, Wasserlauf und naturnahen Spielbereichen bietet vielfältige Bewegungs- und Erfahrungsräume.
Spaziergänge in den nahegelegenen Parkanlagen und Begegnungen mit Tieren in der Umgebung vertiefen die Naturerfahrungen. Dabei entwickeln die Kinder Achtsamkeit und Verbundenheit mit ihrer Umwelt.

Feste im Jahreskreis

Feste strukturieren das Jahr und machen den Rhythmus der Jahreszeiten erlebbar. Wir feiern unter anderem:

  • Laternenlauf im November
  • Adventsgärtlein in der Adventszeit
  • Dreikönig im Januar
  • Fasching im Februar

Frühjahrs- und Sommerfeste je nach Jahreszeit
Diese Feste werden gemeinsam mit den Familien vorbereitet und gefeiert. Sie stärken das Gemeinschaftsgefühl und schenken den Kindern bleibende Erinnerungen.

Ein farbenfrohes Knäuel aus dickem, mehrfarbigem Garn liegt auf einer weißen Fläche, vor der die Garnfäden verlaufen. Der Hintergrund ist leicht unscharf und zeigt einen undeutlichen Stoff und warmes Licht.

Sinnesschulung und künstlerisches Gestalten

Alle Sinne wollen angesprochen werden. Durch Reigen, Eurythmie, Aquarellmalen, Kneten mit Bienenwachs, Werken mit Holz und Wolle sowie gemeinsames Singen und Musizieren erleben die Kinder Farben, Formen, Klänge und Materialien intensiv und differenziert.
Wir arbeiten bewusst mit natürlichen Materialien wie Wolle, Holz, Seide, Bienenwachs und Naturfarben. Sie besitzen Wärme, Gewicht und eine eigene Qualität – und sprechen die Sinne auf besondere Weise an.

Eine Person in einem karierten Hemd hält eine Glasschale mit Rotkohl und anderem Gemüse an einer Selbstbedienungstheke.

Ernährung & Gemeinschaft

Mahlzeiten sind bei uns mehr als reine Verpflegung. Sie sind Teil unseres sozialen Lebens. Zum Frühstück, Mittagessen und zur Vesper genießen die Kinder vollwertige, vegetarische Speisen in überwiegend Bioqualität. Bei schönem Wetter essen wir gemeinsam im Garten.
Beim Backen, Schneiden von Obst und Gemüse oder Tischdecken erleben die Kinder, wie aus einfachen Zutaten etwas Wertvolles entsteht. Sie erfahren Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft – denn Lernen geschieht durch Tun und Teilhabe.

Ein Kind sitzt auf dem Boden und tröpfelt mit einer Hand Wasser in eine große Metallschüssel, während eine andere Person im Hintergrund teilweise sichtbar ist. Die Szene spielt sich in einem Innenraum auf einem grauen Boden ab.

Individuelle Entwicklungsbegleitung

Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Wir beobachten die Kinder aufmerksam und dokumentieren ihre Entwicklung auf Grundlage des Berliner Bildungsprogramms sowie mit dem BeoKiz-Verfahren (Beobachtung, Dokumentation und Einschätzung im Kita-Alltag).
Im vertrauensvollen Austausch mit den Eltern begleiten wir jedes Kind entsprechend seiner Bedürfnisse. Bei Bedarf arbeiten wir mit externen Fachstellen, wie dem heilpädagogischen Fachdienst, zusammen.

Eine Person in einem rot-weißen Kleid trägt einen großen braunen Lederranzen, der mit Cartoon-Zeichnungen verziert ist, darunter eine lächelnde Sonne, einige Wolken und ein Mädchen mit einem kleinen Tier.

Übergang zur Schule

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule wird behutsam gestaltet. In enger Zusammenarbeit mit der Freien Waldorfschule Havelhöhe lernen die Vorschulkinder die Schule bereits kennen und sammeln erste Eindrücke.
So können sie gestärkt, erwartungsvoll und gut vorbereitet in diesen neuen Lebensabschnitt hineinwachsen.